Der vorliegende Sachstandsbericht der Verwaltung zur Vorlagennummer 0024/2025/4 befasst sich mit der wissenschaftlichen Erschließung des Archivs Ernst Schmidt sowie der Weiterentwicklung des Denkmalpfads „Essen erinnert“ durch das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv. Ziel ist die Etablierung eines zentralen Erinnerungsortes für die NS-Erinnerungskultur. Das Archiv umfasst etwa 12.000 Objekte und Dokumente, deren wissenschaftlich-archivarische Aufarbeitung, Digitalisierung und Bestandserhaltung geplant sind. Im Rahmen der seit Januar 2025 laufenden Arbeiten werden fünf Bestände zu Opfern des Nationalsozialismus als Leuchtturm-Bestände bearbeitet. Zudem ist die Digitalisierung von über 100 Porträts sowie von 166 Audiokassetten mit Zeitzeugeninterviews vorgesehen.
Parallel dazu findet eine Inventur von rund 70 Gedenktafeln des Denkmalpfads statt, um Pflege- und Erneuerungsmaßnahmen zu planen. Für das laufende Jahr sind die Aufstellung von acht neuen Tafeln, darunter Gedenktafeln zur Verfolgung von Sinti und Roma, sowie die Erneuerung von fünf Tafeln auf den Zentralfriedhöfen vorgesehen.
Hinsichtlich der personellen und finanziellen Ressourcen wurde für das Archiv im Haushalt 2024 eine Stelle für eine Archivarin oder einen Archivar besetzt. Die Kosten für die Digitalisierung von AV-Medien durch externe Dienstleister sowie die Weiterentwicklung des Denkmalpfads sind noch nicht konkret kalkulierbar; die Einbindung von Drittmitteln wird als Option angeführt. Eine Erweiterung der Öffnungszeiten des Hauses der Essener Geschichte auf das Wochenende ist aufgrund der aktuellen Haushaltslage für den Zeitraum 2025/26 derzeit nicht realisierbar. Der Bericht wird dem Kulturausschuss und dem Rat der Stadt Essen zur Kenntnisnahme vorgelegt.